Zu viele Vitamine schädlich für Sportler?

Dr. Dieter Zittlau

Schon seit langem ist bekannt, dass eine Überdosierung der fettlöslichen Vitamine A, D und K wegen ihrer Anhäufung im Organismus möglich und damit schädlich ist.


Ebenso ist seit langem bekannt, dass eine allzu saubere Umgebung für die Entwicklung des Immunsystems nicht förderlich ist. Ein wenig Dreck scheint somit weitaus gesünder als eine hygienisch einwandfreie Umgebung, weil der menschliche Körper den optimalen Umgang mit Erregern nur dann erlernt, wenn er ihnen ausgesetzt ist.

Ähnlich scheint es sich nun mit den sogenannten "Radikalfängern" und zwar den Vitaminen A, C und E zu verhalten. Diese Vitamine sind in höherer Dosierung offenbar deshalb nicht anzuraten, weil sie genau das tun, was man ihnen seit Jahrzehnten zuschreibt. In dem Maße wie diese Vitamine einen Anstieg der freien Radikale im Körper verhindern, verliert unser Körper zugleich die Fähigkeit, angemessen mit diesen oxydierenden Substanzen, wie sie besonders bei körperlicher Belastung entstehen, umzugehen.

Jetzt gleich aufgeregt zu schreien, "vermeiden Sie Vitamine" ist allerdings übertrieben. Wenn aber die zumindest zeitweise Auseinandersetzung mit dem "oxydativen Stress" nützlich ist, so muss man den Antioxidantien vorwerfen, dass der gesundheitsfördernde Effekt des Sports durch sie zunichte gemacht wird. Auf der anderen Seite sind Vitamine nach wie vor lebenswichtig und eine maßvolle Zufuhr etwa durch die normale Nahrung ist nach wie vor notwendig.
Eine sehr hohe Dosis, wie sie in manchen Präparaten insbesondere aus den USA vorkommt, wo man fast nirgendwo Milch kaufen kann, der nicht künstlich das schon lange in die Kritik geratene Vitamin D zugesetzt ist, nimmt quasi den Körper zu sehr in Schutz und ist damit ausgerechnet für den sportlichen Fortschritt eher hemmend. Dazu kommt noch, dass Vitamin E die Margarine davor bewahrt, ranzig zu werden, und dass den meisten Fruchtsaft- bzw. Wellnessgetränken (nicht dem reinen Saft) Ascorbinsäure - also Vitamin C - als Konservierungsstoff zugesetzt wird. Das zeigt zum einen, dass diese Vitamine tatsächlich als Antioxidantien wirken und ihre Aufnahme mit der Nahrung unsere Vitaminbilanz ohnehin nach oben drückt.

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