Selen

Dr. Dieter Zittlau

Mehr über dieses lebensnotwendige Spurenelement


Selen ist ein essentielles (lebensnotwendiges) Spurenelement , das in allen tierischen und menschlichen Zellen vorkommt. Seine Konzentration ist abhängig von der Gewebeart; hohe Konzentrationen finden sich vor allem in der Leber, den Nieren und im Pankreas. Selen ist ein wichtiger Bestandteil des Enzyms Glutathion-Peroxydase, dessen Aufgabe vor allem darin besteht, die Zellen unseres Körpers, insbesondere die roten Blutkörperchen, vor freien Radikalen zu schützen. Bei Selenmangel wird dieses Enzym kaum noch gebildet und es kommt wegen des verminderten Abbaus von Peroxyden zu einer erheblichen Einschränkung der Zellfunktion sowie zur Zellsterstörung (Zumkley / Kisters). Selen wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts von dem schwedischen Chemiker Berzelius (dem Erfinder der chemischen Zeichensprache) entdeckt. In seiner Fabrik in Gripsholm machte er beim Einatmen selenhaltigen Staubes, der bei der Pyritverarbeitung entstand, allerdings zunächst schlechte Erfahrung mit diesem für uns so wichtigen Element. Selenmangelzustände sind vor allem aus der Tiermedizin bekannt, so die berüchtigte weiße Degeneration der Skelettmuskulatur ("white muscle disease") bei Kühen, Schweinen, Lämmern und Vögeln, die in sehr selenarmen Gebieten aufwachsen, wie in bestimmten Bereichen der USA, Skandinaviens und Neuseelands. Zwangsläufig sind aber Menschen davon betroffen, so erkrankten z.B. Kinder, die mit (selenarmem) Milchpulver aus Neuseeland ernährt worden waren. Insbesondere die mit Herzstörungen einhergehende Keshan-Erkrankung ist auf einen Selenmangel zurückzuführen. In Zweifelsfällen ist daher eine maßvolle Selensubstitution sinnvoll, die Zufuhr mit der Nahrung sollte bei 0,05-0,02 mg pro Tag liegen. Eine Überdosierung ist möglich, da eine sofortige Ausscheidung des Überschusses bei Spurenelementen nicht selbstverständlich ist.

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