Wichtige Nährstoffe im Kraftsport

Dr. Dieter Zittlau

Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe in der Ernährung des Kraftsportlers


Jeder Mensch hat ein Bedürfnis oder eine Vorliebe für bestimmte Nahrungsmittel, die er besonders gerne mag. So entwickeln einige ein (für die Figur unheilvolles) Bedürfnis nach Schokolade oder nach Kuchen, ein anderer bevorzugt Schweinehaxen mit Sauerkraut und wieder ein anderer schwört auf seine Tasse Kaffee oder sein Glas Bier. Diesen eben genannten Nahrungsmitteln ist jedoch gemeinsam, daß ein gesunder Körper keinen (regelmäßigen) Bedarf an ihnen hat, d.h. daß keinerlei Mangelerscheinungen auftreten, wenn wir auf diese Nahrungsmittel zugunsten von anderen verzichten. Während der Bedarf sich also auf lebensnotwendige Stoffe bezieht und damit auf einen objektiven Mangel hinweist, äußert sich das Bedürfnis in Wünschen und Vorlieben, also in einem subjektiv empfundenen Mangel. Natürlich gibt es Situationen, wo beide übereinstimmen, so äußert sich z.B. der Bedarf an Flüssigkeit in einem unmißverständlichen Bedürfnis, man hat "Durst". Sowie es aber Bedürfnisse gibt, denen kein Bedarf entspricht (z.B. bei der eingangs erwähnten Schokolade), so gibt es aber leider auch einen Bedarf an Stoffen, für die wir kein Bedürfnis verspüren. Diese Stoffe fehlen also unserem Körper, ohne daß wir diesen Mangel exakt angeben könnten, meist fühlen wir uns einfach "schlecht" oder "abgespannt", erreichen einfach nicht unsere gewohnte Leistung, ohne dafür eine Ursache angeben zu können. Es kann sogar geschehen, daß wir durch einen Mangel an diesen Stoffen ernstlich erkranken, ohne jemals ein Bedürfnis nach Nahrungsmitteln zu verspüren, die diese fehlenden Stoffe enthalten. Es ist deswegen sicherlich recht interessant, sich diese Stoffe einmal näher anzusehen.

Die Aminosäuren sind die Grundbausteine der Proteine (Eiweißstoffe) und als solche die wichtigsten Stickstofflieferanten in der belebten Natur. Diese Aminosäuren werden vom menschlichen Körper in einer ausgewogenen Zusammensetzung benötigt. Es gibt insgesamt über 100 verschiedene Aminosäuren, von denen aber nur 22 als Bestandteile der Eiweißstoffe eine besondere Bedeutung für das tierische (und also auch menschliche) Leben haben. Während jedoch Pflanzen und zahlreiche Mikroorganismen alle 22 Aminosäuren synthetisieren, also selbständig herstellen können, fehlt insbesondere den Säugetieren und damit auch den Menschen diese Fähigkeit zumindest für einige dieser Aminosäuren. Diese müssen deshalb ebenso wie die Vitamine mit der Nahrung zugeführt werden; man bezeichnet sie als essentielle Aminosäuren. Allgemein bezeichnet man alle Stoffe, die dem Körper von außen zugeführt werden müssen, als essentielle Stoffe. Dazu rechnet man insbesondere: Hauptelemente, also diejenigen Stoffe, aus denen der menschliche Körper überwiegend besteht, wie Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Schwefel,...

Mineralstoffe, wie Natrium-, Kalium-, Calcium-, Magnesium-, Chlorid- und Phosphationen.

Spurenelemente, wie Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Cobalt, Molybdän, Jod, Vanadium, Chrom, Nickel, Selen, Fluor, Silizium u.a., möglicherweise auch Lithium, Rubidium, Strontium und Zinn.

Essentielle Fettsäuren, wie die früher Vitamin F genannte Linolsäure, eine zweifach ungesättigte Fettsäure. Vermutlich ist auch die dreifach ungesättigte Linolensäure essentiell. Beide sind seit einiger Zeit wegen ihrer wahrscheinlich günstigen Wirkung auf den Cholesterinspiegel und ihrer vorbeugenden Wirkung bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Angina pectoris und Herzinfarkt auch in der öffentlichen Diskussion.

Unter den Vitaminen und Aminosäuren zählen dazu:


Wasserlösliche Vitamine:
Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Pyridoxin (B6), Nikotinamid (PP), Panthotensäure (B3), Biotin (H), p-Aminobenzoesäure (H'), Folsäure, Cobalamin (B12), Bioflavonoide, Ascorbinsäure (C), Cholin, Meso-Inosit

bei den folgenden wasserlöslichen Vitaminen ist umstritten, ob sie zu den essentiellen Stoffen gehören:
Adenin (B4), Vitamin I (B7), Adenosinmonophosphat (B8), Pteroylglutaminsäure (B10/B11), Orotsäure (B13), B14, Carnitin (Br), Pangamsäure (B15)

Fettlösliche Vitamine:
Retinole (A1, A2), Calciferole (D2,D3,D4,D5), Tocopherole (E), Chinone (K1, K2), Ubichinon (Q)

Essentielle und nichtessentielle Aminosäuren:
Valin, Leucin, Isoleucin, Lysin, Methionin, Threonin, Phenylanalin, Tryptophan, Alanin, Arginin, Asparagin, Asparaginsäure, Cystein, Cystin, Glutamin, Glutaminsäure, Glycin, Histidin, Ornithin, Prolin, Serin, Tyrosin, Tribulus Terrestris

Für den trainierenden Sportler sind diese Vitamine und Aminosäuren von besonderem Interesse, da sein Verbrauch und Bedarf zumindest bei einigen von Ihnen deutlich höher ist als bei körperlich unbelasteten Menschen.

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