Ginseng

Dr. Dieter Zittlau

Ein starkes Kraut, das reich an Nährstoffen ist


Der Ginseng, dessen korrekte Bezeichnung Panax Ginseng lautet, ist seit über viertausend Jahren in China als Heil- und Stärkungsmittel bekannt. Der erste Europäer, der von den Chinesen mit dieser Wurzel bekannt gemacht worden ist, war wahrscheinlich der berühmte Weltreisende Marco Polo aus Venedig. Da die Ausfuhr aus China damals unter Todesstrafe stand, gelang es erst im 17. Jahrhundert einigen holländischen Kaufleuten unter großem eigenen Risiko den Ginseng nach Europa zu schmuggeln. "Jen-san", wie die "Menschenwurzel" in China wegen ihrer Gestalt genannt wurde, war dort vor allem den Reichen und Adligen vorbehalten, u.a. weil sie unerschwinglich teuer war.

Der Panax Ginseng ist ein Efeugewächs mit 3-5 sich um den Stengel ringelnden Blättern und einfachen, endständigen Dolden. Ursprünglich kommt er in den schattigen Wäldern Ostsibiriens, in Korea und der Mandschurei vor. Heute wird er auch in den Staaten der ehemaligen UdSSR, in Ostasien und in den USA angepflanzt. Es dauert 6 bis 7 Jahre, bis der Ginseng ausgewachsen ist. In dieser Zeit muß er recht aufwendig gepflegt werden. Zur Düngung kommen nur verrottete Blätter und Gras in Frage. Während des Wachstums laugt die Pflanze den Boden so sehr aus, daß dieser fast fünfzehn Jahre nicht bebaut werden kann. Dies erklärt allerdings auch den hohen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen im Ginseng.

Ginseng gilt seit alter Zeit als Stärkungsmittel, Fiebermittel und Aphrodisiacum. Er enthält unter anderem die Vitamine B1 und B2, Glykoside, ätherische Öle und Alkaloide. Unter den verschiedenen Bestandteilen der Wurzel haben in neueren Forschungsergebnissen vor allem die sogenannten Panaxoside eine nachweislich anregende Wirkung. Diese reicht von einer Aktivierung des neuro-endokrinen Systems bis zu einer Verbesserung der Reaktions- und Anpassungsfähigkeit des Organismus. Ginseng wirkt also recht deutlich auf das Nervensystem, steigert die Tätigkeit der Großhirnrinde und harmonisiert die Funktionen unseres vegetativen Nervensystems. Sogenannte Vitalitätsstörungen wie Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Antriebsmangel und Verstimmungen werden somit günstig beeinflußt. Ginseng steigert wahrscheinlich allgemein die körperliche und seelische Belastbarkeit und mindert die Folgen des allgegenwärtigen Streß. Nach kurmäßiger Anwendung werden auch günstige Einflüsse auf Blutdruckwerte, Blutfettwerte, Blutzucker- und Harnsäurewerte beobachtet. Diskutiert wird auch eine Verbesserung der Leberfunktionen, erhöhte Hormonproduktion und gesteigerte Körperabwehr.

Zurück